Repression für alle Schweigen sie jetzt !!!

Aufruf zur Anti-Repressionsdemo am 14.11 in Rostock mehr infos unter: http://repressionfueralle.blogsport.de/

Re­pres­sio­nen für alle!
Ma­chen sie mit, schwei­gen sie jetzt

(for english scroll down plee­aaaa­se)

Po­ten­zi­ell ver­däch­tig?!
Staat­li­che Re­pres­si­on ist nichts, wovon al­lein po­li­ti­sche Ak­ti­vis­t_in­nen be­trof­fen sind. Sie be­geg­net uns im All­tag, dort wo in­di­vi­du­el­le Rech­te be­schnit­ten wer­den. Ge­währ­leis­tet wird die to­ta­le Er­fas­sung durch Mit­tel wie der Vor­rats­da­ten­spei­che­rung, Vi­deo­über­wa­chung, Ge­sund­heits­kar­te, On­line-​Durch­su­chung und bio­me­tri­schen Per­so­nal­aus­weis und rückt zu­neh­mend in die per­sön­li­che Er­fah­rung eines jeden. Der bio­me­tri­sche Per­so­nal­aus­weis macht die flä­chen­de­cken­de er­ken­nungs­dienst­li­che Be­hand­lung der ge­sam­ten Be­völ­ke­rung mög­lich, wo­durch jeg­li­che An­ony­mi­tät weg­fällt. Somit un­ter­liegt die in­tims­te Pri­vatssphä­re dem staat­li­chen Zu­griff.
Bei­spiels­wei­se nutzt die Agen­tur für Ar­beit im Kampf gegen den ver­meint­li­chen Miss­brauch des Ar­beits­lo­sen­gel­des II Da­ta-​Mi­ning-​Tech­ni­ken und lässt sich den Zu­griff auf staat­li­che und pri­va­te Da­ten­be­stän­de geben, um die Emp­fän­ger_in­nen zu durch­leuch­ten. Statt sich der Ur­sa­chen der „so­zia­len Frage“ po­li­tisch an­zu­neh­men, wer­den be­dürf­ti­ge Men­schen durch sol­cher­lei Re­pres­sa­li­en einer wach­sen­den staat­li­chen Kon­trol­le aus­ge­setzt und ihnen wer­den grund­le­gen­den Rech­te und Frei­hei­ten be­schnit­ten.

Auch du bist eine ter­ro­ris­ti­sche Ver­ei­ni­gung…
Wäh­rend bei der Ver­fol­gung ver­meint­li­cher Links­ex­tre­mis­t_in­nen unter dem Pa­ra­gra­phen 129a noch vor we­ni­gen Jah­ren die Kon­struk­ti­on einer Grup­pe not­wen­dig war und ge­wis­se Vor­aus­set­zun­gen für das Ein­lei­ten eines vol­len Ob­ser­va­tions-​ und U-​Haft­pro­gramms er­for­der­lich waren, spart sich der Staats­ap­pa­rat nun durch die Aus­wei­tung des §129a viel Mühe, Zeit und Geld. Waren bis­lang drei Per­so­nen zum Nach­weis einer ter­ro­ris­ti­schen Ver­ei­ni­gung not­we­nig, reicht ge­gen­wär­tig die Ein­zel­tä­ter_in­nen­schaft aus, um die Pa­let­te der Son­der­be­fug­nis­se gegen den/die Kri­mi­na­li­sier­te_n an­wen­den zu kön­nen. Wäh­rend der §129 a in den 70er Jah­ren im Kampf gegen die Stadt­gue­ril­la ge­nutzt wurde, so ist er heute Be­stand­teil zur Be­kämp­fung der ge­sam­ten Lin­ken. Als eine ter­ro­ris­ti­sche Hand­lung gelte be­reits die mut­maß­li­che Pla­nung von An­schlä­gen, bei­spiels­wei­se durch die Be­schaf­fung von ent­spre­chen­dem Ma­te­ri­al, also ein paar lee­ren Wein­fla­schen und dem Ben­zin­ka­nis­ter im Auto.
Als Er­mitt­lungs­pa­ra­graph kann er zur Aus­for­schung lin­ker Struk­tu­ren und folg­lich zu deren Ein­schüch­te­rung ge­nutzt wer­den. Die Aus­wei­tung des Pa­ra­gra­phen un­ter­gräbt grund­le­gen­de Rech­te der Ver­tei­di­gung, wie zum Bei­spiel die Un­schulds­ver­mu­tung und setzt somit pro­zes­sua­le Stan­dards außer Kraft. Er­mitt­lun­gen, Pro­zes­se und Stra­fen füh­ren oft­mals zur po­li­ti­schen Hand­lungs­un­fä­hig­keit einer ge­sam­ten lo­ka­len Szene.

Stay­ing in the way of con­trol
Die Pro­tes­te in Stras­bourg und Kehl im April 2009 gegen das 60-​jäh­ri­ge Be­ste­hen des Mi­li­tär­bünd­nis­ses NATO wur­den von einer mas­si­ven po­li­zei­li­chen und mi­li­tä­ri­schen Über­wa­chung und Re­pres­si­on be­glei­tet. Ein Teil der Pro­tes­tie­ren­den wurde im Vor­feld bei ihrer An­rei­se durch Mel­de­auf­la­gen, ab­sur­de Aus­rei­se­sper­ren und Grenz­über­schritts­ver­bo­te schi­ka­niert. Wei­ter­hin be­stand eine per­ma­nen­te Be­dro­hung des An­ti­Na­to­Camps durch ver­such­te Räu­mung und Kes­se­lung. Die große an­ti­mi­li­ta­ris­ti­sche De­mons­tra­ti­on auf fran­zö­si­scher und deut­scher Seite soll­te mit allen Mit­teln ver­hin­dert wer­den. Nach­dem die ei­gent­li­che De­mo­rou­te ver­bo­ten und die Pro­test­be­we­gung ge­spal­ten wurde, ver­setz­te die Po­li­zei durch An­grif­fe mit Reiz­gas, Gum­mi­ge­schos­se, Schock­gra­na­ten und Was­ser­wer­fern auf De­mons­trie­ren­de die Stadt Stras­bourg in einen Aus­nah­me­zu­stand. Im Zuge des­sen wur­den viele ver­letzt und meh­re­re hun­dert Men­schen in Ge­wahr­sahm ge­nom­men. Zehn der Ge­fan­ge­nen wur­den im Schnell­ver­fah­ren ver­ur­teilt. Die Pro­zes­se waren eine Farce, denn von An­fang an war klar, dass ver­ur­teilt wird. Es gab keine Be­weis­auf­nah­me oder –füh­rung, statt­des­sen wur­den in­ner­halb von 15 bis 30 Mi­nu­ten die Haft­stra­fen bis zu sechs Mo­na­ten ohne Be­wäh­rung aus­ge­spro­chen. Mo­men­tan be­fin­den sich noch zwei Ros­to­cker im Knast, die auf ihre Pro­zes­se war­ten. In Frank­reich wird ver­sucht stell­ver­tre­tend für die ge­sam­te Be­we­gung an den In­haf­tier­ten ein Ex­em­pel zu sta­tu­ie­ren. Völ­lig un­ab­hän­gig davon, was tat­säch­lich pas­siert ist, sol­len sie ver­ur­teilt wer­den, um den po­li­ti­schen Pro­test zu de­le­gi­ti­mie­ren und zu kri­mi­na­li­sie­ren.
Die üb­ri­gen Mit­rei­sen­den der bei­den In­haf­tier­ten sind in das Vi­sier der Er­mitt­lungs­be­hör­den ge­ra­ten. Das Ver­hal­ten der Ros­to­cker Staats­an­walt­schaft lässt ver­mu­ten, dass sie die Leute unter den Ge­ne­ral­ver­dacht einer Ver­ei­ni­gung im Sinne des § 129 a stellt, die das Ziel ge­habt hätte, Stras­bourg in „Schutt und Asche“ zu legen. Bei meh­re­ren Per­so­nen, die in dem sel­ben Bus mit­ge­fah­ren sind, folg­ten Vor­la­dun­gen als Zeu­g_in­nen bei Po­li­zei und Staats­an­walt­schaft sowie eine Haus­durch­su­chung, mit dem Ziel die Teil­nah­me­lis­te des Bus­ses zu fin­den. Einer Per­son droht nun Beu­ge­haft, soll­te sie die Namen der Mit­rei­sen­den nicht raus­rü­cken. Die Be­ru­fun­gen auf das Aus­sa­ge­ver­wei­ge­rungs­recht wur­den mit Zwangs­gel­dern in Höhe von 300 und 500 Euro be­straft.
Die Er­eig­nis­se in Stras­bourg und die fol­gen­den Re­pres­sio­nen ste­hen ex­em­pla­risch für das po­li­zei­lich-​ju­ris­ti­sche Vor­ge­hen, um lin­kes po­li­ti­sches En­ga­ge­ment als il­le­gi­tim dar­zu­stel­len. Die neue Spiel­art staat­li­cher Re­pres­si­on ge­gen­über Sys­tem­kri­ti­ker_in­nen „in Zei­ten des Ter­ro­ris­mus“ war be­reits 2007 im Zuge des G8 Gip­fels in Hei­li­gen­damm für po­li­ti­sche Ak­ti­vis­t_in­nen spür­bar.
Das LKA Ham­burg und die Bun­des­an­walt­schaft durch­such­ten vor dem G8 Gip­fel in Hei­li­gen­damm meh­re­re Woh­nun­gen in Bad Ol­des­loe und Ham­burg. Den Raz­zi­en sind um­fang­rei­che Er­mitt­lun­gen mit Mit­teln der Te­le­fon­ab­hö­run­gen, Kon­trol­le der In­ter­netak­ti­vi­tä­ten, Han­dyor­tung und di­rek­te Ob­ser­va­tio­nen im pri­va­ten Um­feld der Be­schul­dig­ten vor­aus­ge­gan­gen. Das ver­meint­li­che Ver­ge­hen, das ein solch mas­si­ves Vor­ge­hen ver­an­lass­te, be­stand in dem an­ti­fa­schis­ti­schen En­ga­ge­ment der Be­schul­dig­ten und dem Fakt, dass in der Nacht, als in Schles­wig-​Hol­stein Brand­an­schlä­ge auf Bun­des­wehr­au­tos ver­übt wor­den sind, die Mo­bil­te­le­fo­ne ein­ge­schal­tet waren.
Die Durch­su­chungs­wel­le und Ab­hör­ak­tio­nen im Vor­feld der glo­ba­li­sie­rungs­kri­ti­schen Pro­tes­ten zum G8, die um­fang­rei­chen Bus- und Au­to­kon­trol­len oder die Ver­pflich­tung der Deut­schen Bahn Rei­se­grup­pen mit be­stimm­ten Zie­len zu mel­den und das Vor­ge­hen bei den Pro­tes­ten selbst zeich­nen das Bild eines kom­ple­xen Be­dro­hungs­sze­na­ri­os, um staat­li­che Macht all­ge­gen­wär­tig er­schei­nen zu las­sen, bei lin­ken Ak­ti­vis­t_in­nen psy­chi­schen Druck zu be­wir­ken und für die Be­völ­ke­rung den Glau­be an eine wach­sen­de Ge­fahr für die ge­sell­schaft­li­che Si­cher­heit zu er­zeu­gen. In der me­dia­len Wahr­neh­mung sol­cher Groß­er­eig­nis­se wer­den der Be­völ­ke­rung Ka­ta­stro­phen-​Sze­na­ri­en ge­bo­ten, die ein Maß nie da ge­we­se­ner Ge­walt schil­dern. Da­durch wird die Not­wen­dig­keit um das Aus­maß der Ge­gen­maß­nah­men, der Ein­satz von frag­wür­di­gen Mit­teln und eine stän­di­ge le­gi­ti­mier­te Kom­pe­tenz­er­wei­te­run­gen der Po­li­zei und an­de­rer Be­hör­den ge­recht­fer­tigt. Ge­ra­de bei sol­chen Groß­er­eig­nis­sen wird ein Aus­nah­me­zu­stand her­ge­stellt, in dem die Er­hal­tung der in­ne­ren Si­cher­heit und Ord­nung zum obers­ten Gebot wird und grund­le­gen­de Rech­te unter Exe­ku­tiv-​Vor­be­halt ste­hen.

ATD, DGL und SEK
Der Be­griff des Feind­straf­rechts meint die Vor­ver­la­ge­rung der Straf­bar­keit und be­schreibt die all­ge­mei­ne Ten­denz von einer be­gan­ge­nen zu einer noch zu be­ge­hen­den Tat über­zu­ge­hen. Straf­ta­ten sol­len prä­ven­tiv be­kämpft wer­den, bevor sie be­gan­gen wer­den. Die Ge­setz­ge­bung wird ge­nutzt um ge­sell­schaft­li­che Fehl­ent­wick­lun­gen vor­zu­beu­gen.
Seit dem 11.​09. 2001 wer­den grund­le­gen­de Frei­hei­ten ge­op­fert, um Si­cher­heit ge­gen­über den „Zwän­gen der Glo­ba­li­sie­rung“ und des Ter­ro­ris­mus zu ga­ran­tie­ren. Die An­ti-​Ter­ror-​Ge­set­ze in der Amts­zeit von Schi­ly (Ot­to-​Ka­ta­lo­ge) mach­ten ein­zel­ne Be­völ­ke­rungs­grup­pen mit „nicht eu­ro­päi­schem“ Aus­se­hen zum Ob­jekt si­cher­heits­po­li­ti­scher Schrit­te. Diese Stig­ma­ti­sie­rung setz­te sich unter Schäu­b­le fort. Ziel der An­ti­ter­ror­da­tei (ATD) sei es, im Vor­feld zu ein­zu­se­hen, ob das Ver­hal­ten einer Per­son dem eines po­ten­zi­el­len At­ten­tä­ters äh­nelt. Daher sol­len bei­spiels­wei­se In­for­ma­tio­nen wie der Re­li­gi­ons­zu­ge­hö­rig­keit in die­ser Datei fest­ge­hal­ten wer­den.
Die Ab­schot­tungs­po­li­tik ge­gen­über Mi­gran­t_in­nen wird mit dem Ar­gu­ment des is­la­mi­schen Ter­rors be­grün­det und die er­wei­ter­ten Mög­lich­kei­ten der Über­wa­chung und Vor­feld­kri­mi­na­li­sie­rung als Not­wen­dig­keit der all­ge­mei­nen Si­cher­heit de­kla­riert. Das Straf­recht un­ter­liegt nur den Be­din­gun­gen der Zeit und so stehe nach Schäu­b­le die Un­schulds­ver­mu­tung als Prin­zip des Rechts­staats der Ge­fah­ren­ab­wehr im Weg.
Die prä­ven­ti­ve Über­wa­chung durch das Er­stel­len von Be­we­gungs­pro­fi­len, An­le­gen von „Chao­ten­da­tei­en“ wie der „Datei Ge­walt­tä­ter Links“ (DGL), Haus­durch­su­chun­gen und Vor­la­dun­gen die­nen je­doch nicht der Auf­klä­rung von Ver­bre­chen, son­dern bie­tet Ein­blick in linke Sze­ne­struk­tu­ren und schüch­tert An­ders­den­ken­de ein.

Machst du das Maul auf…
Egal, ob es sich um die of­fen­sicht­li­che Re­pres­si­on durch po­li­zei­li­che Ge­walt auf Demos, um den Um­gang mit Asyl­su­chen­den oder sub­ti­le­re For­men wie der Si­cher­heits­ar­chi­tek­tur zur Ver­än­de­rung öf­fent­li­cher Räume geht, wird von staat­li­cher Seite ver­sucht in­ner­ge­sell­schaft­li­cher Span­nun­gen durch ef­fek­ti­ve­re Tech­nik und här­te­re Gang­art, bei­spiels­wei­se im Ein­satz von neuen nicht töd­li­chen Waf­fen, zu lösen.
Re­pres­sio­nen rich­ten sich zwangs­läu­fig gegen jeden, der un­an­ge­passt er­scheint und sich nicht aus­nahms­los ein­fü­gen will und wird als po­ten­zi­ell ver­däch­tig er­klärt in einem Sys­tem, dass lü­cken­los Si­cher­heit und Ord­nung um­set­zen will. Das all­ge­mei­ne Ziel ist die Dis­zi­pli­nie­rung zu kon­for­mem Ver­hal­ten mit Mit­teln der Ein­schüch­te­rung, Vor­beu­gung und Kri­mi­na­li­sie­rung zu er­rei­chen. Sys­tem­kri­tik wird zum Wag­nis, da man sich be­reits als Kri­mi­nel­ler fühlt, bevor mensch sich der po­li­zei­lich-​ staat­li­chen Über­macht ent­ge­gen­stellt.
Schwei­gen wir jetzt? Nö, wir ma­chen das Maul auf. Wir las­sen uns nicht ein­schüch­tern, son­dern tra­gen wei­ter­hin un­se­ren Pro­test auf die Stra­ßen! Kommt zur bun­des­wei­ten An­tirep­pres­si­ons­de­mo am 14. No­vem­ber 2009 nach Ros­tock.

So­li­da­ri­tät gegen ihre Waf­fen!
Frei­heit für alle po­li­ti­schen Ge­fan­ge­nen!
Be­trof­fen sind we­ni­ge, ge­meint sind wir alle!

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Re­pres­si­on for ever­yo­ne!
Be part of it, be quiet?

Po­ten­ti­al­ly suspect?

Go­vern­men­tal re­pres­si­on is not li­mi­ted to po­li­ti­cal ac­tivists. It hap­pens in ever­y­day life, whe­re­ver in­di­vi­du­al rights are cur­tai­led. Total mo­ni­to­ring is pro­vi­ded for by tel­e­com­mu­ni­ca­ti­ons data re­ten­ti­on, video and com­pu­ter sur­veil­lan­ce, health card and bio­me­tric ID card and is in­crea­sin­gly attrac­ting ever­y­bo­dy’s no­ti­ce. With the bio­me­tric ID card, na­ti­on-​wi­de re­cor­ding of peop­le’s iden­ti­ties will be pos­si­ble – any an­ony­mi­ty cea­ses to exist. Thus, the most in­ti­ma­te and pri­va­te sphe­re will be sub­ject to go­vern­men­tal ac­cess.
Just to name an ex­amp­le: In the fight against pu­ta­ti­ve abuse of ALG II, the Fe­deral Em­ploy­ment Agen­cy (Agen­tur für Ar­beit) uses data mi­ning tech­ni­ques and ac­cepts ac­cess to pu­blic and pri­va­te data to scan wel­fa­re re­ci­pi­ents. In­s­tead of at­ten­ding to the cau­ses of this “so­ci­al ques­ti­on” by means of po­li­tics, peop­le in need are made sub­ject to growing go­vern­men­tal con­trol. Their basic rights are being cur­tai­led.

You, too, are a ter­ro­rist or­ga­ni­sa­ti­on …

Just a few years ago, the pro­se­cu­ti­on of sup­po­sed left-​wing ex­tre­mists ac­cor­ding to § 129a re­qui­red the con­struc­tion of a group, and cer­tain pre­con­di­ti­ons had to be ful­fil­led for the in­itia­ti­on of an en­t­i­re ob­ser­va­ti­on and re­mand pro­gram­me. But by ex­pan­ding § 129a, the state ap­pa­ra­tus now saves a lot of work, time, and money. Be­fo­re it took at least three per­sons to be con­s­i­de­red a ter­ro­rist or­ga­ni­sa­ti­on. Now the whole li­ne-​up of spe­cial war­rants can be ap­p­lied on a cri­mi­na­li­sed per­son who is con­s­i­de­red a lone ope­ra­tor. Whe­re­as in the 70ies § 129 was used in the fight against urban gu­er­ril­la, today it is part of a fight against the en­t­i­re left. Even the pu­ta­ti­ve pl­an­ning of as­sault, e.g. pro­vi­sio­ning of com­men­sura­te ma­te­ri­al (empty wine bott­les and a pe­trol can in a car), can be con­s­i­de­red a ter­ro­rist act.
As an in­ves­ti­ga­ti­on pa­ra­graph, § 129a can thus be used for spy­ing on and in­ti­mi­da­ting peop­le in left struc­tu­res. The ex­pan­si­on of the pa­ra­graph cur­tails basic rights of de­fence like the pre­s­ump­ti­on of in­no­cence and the­re­by over­ri­des pro­ce­du­ral stan­dards. In­ves­ti­ga­ti­ons, law­suits, and pe­nal­ties often lead to in­ca­pa­bi­li­ty of ac­tion of an en­t­i­re local scene.

Stay­ing in the way of con­trol

The pro­tests against the NA­TO-​fes­ti­vi­ties in Stras­bourg and Kehl in April 2009 were met with mas­si­ve po­li­ce and mi­li­ta­ry sur­veil­lan­ce and re­pres­si­on. Some of the ob­jec­tors were bul­lied in ad­van­ce on their jour­ney by no­ti­fi­ca­ti­on re­qui­re­ments and ab­surd tra­vel and bor­der cros­sing bans. Fur­ther­mo­re, there was a per­ma­nent thre­at towards the An­ti-​NA­TO Camp by at­temp­ted evic­tion and kett­ling. The huge an­ti-​mi­li­ta­rist de­mons­tra­ti­on on the French and on the Ger­man side was to be aver­ted by all means ne­cessa­ry. After pro­hi­bit­ing the ori­gi­nal route of the demo and split­ting the pro­tes­ters, the po­li­ce put the city of Stras­bourg into a state of emer­gen­cy by as­saults on de­mons­tra­tors with ir­ri­tant gas, rub­ber pro­jec­tiles, shock gre­na­des and water can­non.
In the cour­se, many were in­ju­red and se­ver­al hund­red peop­le were re­man­ded. Ten cap­ti­ves were con­vic­ted in a sum­ma­ry pro­ce­du­re. The tri­als were a mo­cke­ry of jus­ti­ce as it was clear from the be­gin­ning that they were to be con­vic­ted. There were neit­her gat­he­ring nor gi­ving of evi­dence, in­s­tead, in 15 to 30 mi­nu­tes peop­le were sen­ten­ced to im­pri­son­ment up to six months wi­thout pro­ba­ti­on. There are still two Ros­to­ckers im­pri­so­ned on re­mand and wait­ing for their tri­als. In Fran­ce they are to be con­vic­ted no mat­ter what ac­tual­ly hap­pen­ed pour en­cou­ra­ger les au­tres and in order to de­le­gi­ti­ma­ti­se and cri­mi­na­li­se po­li­ti­cal pro­test.
The fel­low tra­vel­lers of the two peop­le on re­mand have be­co­me a tar­get for in­ves­ti­ga­ti­on aut­ho­ri­ties. The be­ha­viour of the Ros­tock pu­blic pro­se­cu­ti­on leads to the as­sump­ti­on that they put these peop­le under ge­ne­ral sus­pi­ci­on as an or­ga­ni­sa­ti­on ac­cor­ding to § 129a, sup­po­sed­ly ha­ving the goal of lay­ing waste the city of Stras­bourg. Se­ver­al peop­le ri­ding the same bus have been sum­mo­ned and their homes have been se­ar­ched for the list of per­sons tra­vel­ling with them. One of them is threa­tened with co­er­ci­ve de­ten­ti­on if she re­mains un­wil­ling to dis­clo­se the names of her fel­low tra­vel­lers. In­vo­ca­ti­ons of the right to re­fu­se to give evi­dence were pu­nis­hed by fines amoun­ting to 300 and 500€.
The events in Stras­bourg and the fol­lowing re­pres­si­on are ex­em­pla­ry for po­li­ce and legal ac­tion aimed at il­le­gi­ti­ma­ti­sing lef­tist po­li­ti­cal com­mit­ment. This new va­rie­ty of go­vern­men­tal re­pres­si­on towards peop­le cri­ti­cal of the sys­tem “in times of ter­ro­rism” was to be felt by po­li­ti­cal ac­tivists as early as 2007 in the cour­se of the G8 sum­mit in Hei­li­gen­damm.
In ad­van­ce of the G8 sum­mit, se­ver­al apart­ments in Bad Ol­des­loe and Ham­burg have been se­ar­ched the State Of­fice of Cri­mi­nal In­ves­ti­ga­ti­on Ham­burg and the Of­fice of the Fe­deral Pro­se­cu­tor. These raids were pre­ce­ded by ex­ten­si­ve in­ves­ti­ga­ti­on through te­le­pho­ne tap­ping, sur­veil­lan­ce of on­line ac­tivi­ties, mo­bi­le phone po­si­tio­ning, and di­rect ob­ser­va­ti­on in the en­vi­ron­ment of the ac­cu­sed. The pu­ta­ti­ve crime that trig­ge­red such mas­si­ve po­li­ce ac­tion was the an­ti-​fa­scist com­mit­ment of the ac­cu­sed, as well as the mere fact that du­ring the night in which cars of the Ger­man armed forces were ar­son-​at­ta­cked, the mo­bi­le pho­nes of the ac­cu­sed were on.
This surge in raids and sur­veil­lan­ce ef­forts in the run-​up to the pro­tests sur­roun­ding the sum­mit, the ex­ten­si­ve ve­hi­cle iden­ti­fi­ca­ti­on checks, the com­mit­ment of the Ger­man Rail­ways (Deut­sche Bahn) per­son­nel to re­port par­ties with cer­tain de­s­ti­na­ti­ons, and the ac­tion ac­com­pa­ny­ing the pro­tests them­sel­ves de­pic­ted a com­plex thre­at sce­na­rio in order to let state power ap­pe­ar ubi­qui­tous. Left-​wing ac­tivists were to feel psy­cho­lo­gi­cal pres­su­re, whe­re­as the po­pu­lace was held to be­lie­ve in a growing dan­ger to the over­all se­cu­ri­ty.

In the me­di­al per­cep­ti­on of such me­ga-​events peop­le are of­fe­red ca­ta­stro­phe sce­na­ri­os fea­turing un­pre­ce­den­ted vio­lence. Here­by the need for ram­pant coun­ter­ac­tion, the use of dis­pu­ta­ble means, and on­go­ing le­gi­ti­ma­ti­sa­ti­on for the en­lar­ge­ment of po­li­ce com­pe­tence is being ju­s­ti­fied. It is in me­ga-​events like these that a state of emer­gen­cy is being si­mu­la­ted in which the sus­ten­an­ce of pu­blic order and ge­ne­ral se­cu­ri­ty is being prio­ri­ti­zed and basic civil rights are re­stric­ted.

ATD, DGL, and SEK1

The term “Feind­straf­recht” means that the scope of cri­mi­nal lia­bi­li­ty is wi­de­ned – it si­gni­fies the ten­den­cy that cri­mi­nal lia­bi­li­ty is ex­ten­ded from com­mit­ted acts to acts yet to be com­mit­ted. Crime is to be fought preven­tive­ly be­fo­re it takes place. Ju­ris­dic­tion is used to prevent un­de­s­i­ra­ble so­ci­al de­ve­lop­ments.
Since 9/11/2001, fun­da­men­tal li­ber­ties are being sa­cri­ficed in order to gua­ran­tee se­cu­ri­ty with re­spect to the “ne­ces­si­ties of glo­ba­li­sa­ti­on” and to ter­ro­rism. The an­ti-​ter­ro­rism-​laws pas­sed du­ring Otto Schi­ly’s man­da­te (the so-​cal­led Otto ca­ta­lo­gues) tur­ned mi­no­ri­ties with “un-​Eu­ropean looks” into ob­jects for the me­a­su­res of the state’s se­cu­ri­ty po­li­cy. This stig­ma­ti­sa­ti­on was con­ti­nu­ed du­ring Wolf­gang Schäu­b­le’s man­da­te. The aim of the an­ti-​ter­ro­rism-​fi­le (ATD = An­ti­ter­ror­da­tei) is said to enable the aut­ho­ri­ties to see in ad­van­ce if a per­son’s be­ha­viour re­sem­bles that of a po­ten­ti­al as­sas­sin. Hence, in­for­ma­ti­on like a per­son’s re­li­gious de­no­mi­na­ti­on is to be cap­tu­red in this file.
The po­li­cy of com­part­men­ta­li­sa­ti­on towards mi­grants is foun­ded (among others) on the ar­gu­ment of is­la­mic ter­ro­rism. The ex­ten­ded pos­si­bi­li­ties of sur­veil­lan­ce and of cri­mi­na­li­sa­ti­on in ad­van­ce are de­cla­red an im­pe­ra­ti­ve for ge­ne­ral se­cu­ri­ty. Cri­mi­nal law is sub­ject to the con­di­ti­ons of a cer­tain time. Ac­cor­ding to Schäu­b­le, the pre­s­ump­ti­on of in­no­cence as a prin­ci­ple of the “Rechts­staat” (state of law/rule of law) is in the way of dan­ger de­fence.
Howe­ver, preven­ti­ve sur­veil­lan­ce by crea­ting cri­mi­nal pro­files, star­ting files like the “Datei Ge­walt­tä­ter Links“ (DGL, file of lef­tist vio­lent of­fen­ders), se­ar­ching homes, and sum­mo­n­ing do not serve to re­sol­ve cri­mes. In­s­tead, these me­a­su­res pro­vi­de in­sight into left struc­tu­res and in­ti­mi­da­te dis­sen­ters.

Once you raise your voice …

No mat­ter if it’s ob­vious re­pres­si­on on demo through po­li­ce vio­lence, the way of dea­ling with asyl­um see­kers, or more subt­le forms like the se­cu­ri­ty ar­chi­tec­tu­re in­ten­ded to mo­di­fy pu­blic space: the state is try­ing to re­sol­ve so­ci­al ten­si­on through more ef­fec­tive tech­no­lo­gies and a toug­he­ned stan­ce, e.g. by the use of new non-​le­t­hal wea­pons.
Re­pres­si­on in­e­vi­ta­b­ly con­cerns ever­yo­ne who doesn’t seem ad­ap­ted and is un­wil­ling to fit in in­va­ria­bly. (Wo)man is de­cla­red po­ten­ti­al­ly suspect in a sys­tem in which se­cu­ri­ty po­li­cies are to be im­ple­men­ted wi­thout ex­cep­ti­on. The in­ten­ti­on is to bring about con­for­mist be­ha­viour by means of in­ti­mi­da­ti­on, preven­ti­on and cri­mi­na­li­sa­ti­on. Cri­ti­cism is be­co­ming ha­za­r­dous as one al­re­a­dy feels cri­mi­nal be­fo­re even ha­ving con­fron­ted the su­pe­rio­ri­ty of the (po­li­ce) state.

Are we re­mai­ning si­lent now? No, we are rai­sing our voice. We won’t be in­ti­mi­da­ted. In­s­tead, we are ma­king our pro­test felt. Join the na­ti­on-​wi­de an­ti-​re­pres­si­on-​de­mo on 11/14/2009 in Ros­tock.

So­li­da­ri­ty against their wea­pons!
Free­dom for all po­li­ti­cal pri­so­ners!
Few are af­fec­ted, all of us are con­cer­ned!

“Ef­fec­tive wea­pons will have to hurt.” (Rai­ner Wendt, po­li­ce union)

Aufruf zur Demo an 6.6 in Bad Doberan

fler
Nazi-Strukturen (und Kameradschaften) zerschlagen

Zunehmend kommt es in Bad Doberan zu Übergriffen auf nicht-rechte
Jugendliche und Schmierereien, für die Neonazis verantwortlich sind.
Mit der Kandidatur der NPD zur Kommunalwahl am 7. Juni versucht die
rechtsextreme Szene weiter in der Gesellschaft Fuß zu fassen und ihre
Strukturen auszubauen.

Mit einer Demonstration am 06. Juni rufen wir dazu auf, dem drohenden
(Wieder-)Einzug der NPD in die Kommunalparlamente gemeinsam eine klare
Abfuhr zu erteilen und ein Zeichen für eine antifaschistische
Gegenkultur zu setzen.

Treff: 14:30 Bahnhof Bad Doberan
Konzert: 18:00 am Kornhaus

EA Bad Doberan: 015126714943

Wenn Schlafplätze benötigt werden einfach Infotelefon anrufen.

Für Fragen wird das Infotelefon um 8 Uhr freigeschaltet unter der Rufnummer: 017640109880

Es gibt KEINEN Schienenersatzverkehr

In Anschluss zur Demo findet ein Soli-Konzert statt.
Das Konzert findet am Kornhaus statt.
Beim Konzert spielen:
Kein Plan (HGW), Total Konfus (DD), Total Panic Reaction (HRO), DÄ RÄST (Alt Bukow) und
EARL MOSELEY AND THE MOITER-OITERS (DBR)

Eintritt: 2 €
Bier: 1€

Aufruf zur antifaschistischen Demonstration am 30. Mai!

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KC ain´t no sunshine band!

Hooligans, Nazis, Rassisten – wollen sich am 30. Mai zu einem Konzert der Bremer Band Kategorie C treffen. Bereits das dritte Jahr in Folge planen Rostocker Neonazis ein Event für mehrere hunderte rechtsoffene, gewaltbereite Besucher_innen. Der Kreis der Organisator_innen liest sich wie ein who is who der Rostocker Neonaziszene.

Erstmals 2007 organisierte der damalige Hamburger Lars Jacobs mit seiner Firma „Nationale Medien Norddeutschland“ das Konzert in der Rostocker Innenstadt, dieses musste jedoch aufgrund antifaschistischer Aufklärungsarbeit in eine Scheune im Umland verlegt werden. Damals fungierte der bekannte Kader Christian Worch als Schleuser. In der Hansestadt fiel Jacobs bis dato durch das Anmelden diverser Aufmärsche sowie durch seine Aktivitäten bei der Kameradschaft Aktionsgruppe Festungsstadt Rostock [AGR] auf. Bundesweit trat er darüber hinaus als Anmelder des Großaufmarsches um den Volkstrauertag in Halbe (bei Berlin) in Erscheinung.
Im darauf folgenden Jahr übernahm der Rostocker Kameradschaftler Martin Krause die Organisation des KC-Konzertes. Jüngst betätigte sich der vorbestrafte, rechtsradikale Liedermacher Krause mehrfach als Veranstalter von Rechtsrock-Konzerten. So organisierte er beispielsweise am 15. November 2008 ein Konzert im Rostocker Hansaviertel, welches von der Polizei aufgelöst wurde. Mit von der Partie waren Szenebands wie Sturmwehr und die Liebenfelskapelle, sowie weitere neonazistische Rockbands. Der Nazibarde organisiert jedoch nicht nur solche Events, sondern tritt auch selbst bei Parteiveranstaltungen, Aufmärschen und Liederabenden auf. Seit der Landtagswahl 2006 engagiert Krause sich zunehmend auch für die NPD; so fungiert er beispielsweise während der diesjährigen Kommunalwahl am 07. Juni 2009 als Vertrauensperson für sie im Rostocker Wahlausschuss. Außerdem ist er bereits mehrfach durch Störungen öffentlicher Veranstaltungen über die rechte Szene aufgefallen. Zuletzt versuchten er und weitere Neonazis einen Infoabend mit der engagierten Journalistin Andrea Röpke zu sprengen.
Neu in diesem Jahr ist, dass der Verkauf der Karten im rechten Szeneladen „Dickkoepp“ stattfindet. Betreiber des Ladens ist Krauses alter Weggefährte und NPD-Abgeordneter Birger Lüssow, dessen Bürgerbüro sich im selben Gebäude befindet. Als Gegenleistung für den Kartenverkauf wird Lüssow wahrscheinlich wieder einen Merchandisestand auf dem Konzert stellen dürfen. So wird ganz nebenbei ein nicht unbeträchtlicher Gewinn erzielt, der letztlich in die Neonaziszene fließt und für menschenverachtende Propaganda und zur Stärkung der lokalen, rechten Strukturen eingesetzt wird.

Wir werden nicht tatenlos mit ansehen, dass Rostocker Neonazis wie Martin Krause einmal mehr versuchen, mit dem geplanten Kategorie C-Konzert eine rechte Eventkultur in der Region zu etablieren! Rechtsrock-Konzerte sind fester Bestandteil des neonazistischen Lifestyles. Sie dienen Jugendlichen oft als Einstieg in die Neonaziszene. Deshalb muss alles unternommen werden, um solche Konzerte zu verhindern!

Daher rufen wir am 30. Mai zu einer Demonstration gegen das geplante Kategorie C-Konzert auf!
Geht mit uns auf die Straße und schreit: „Macht den Scheiß aus!“ – Kategorie C das Mikro klauen.“

8. Mai 2009: Fackelmarsch in Demmin

fackel
Ein bizarres Stelldichein gab sich die rechtsextremistische Prominenz des Landes am Abend des 8. Mai 2009 in Demmin. Bundesweit hatte ein „Ehrenkomitee 8. Mai“ zu Aktionen aufgerufen.

Hinter dem Komitee verbirgt sich der Neonazi Thomas Wulff aus Teldau, der selbst an diesem Abend in Demmin mittrottete. Zwischen 20.00 und 22.00 Uhr hatten sich etwa 200 Personen, hauptsächlich aus der Kameradschaftsszene, in einer engen Nebenstraße versammelt.

Der geplante Beginn des Fackelmarsches um 21.00 Uhr verzögerte sich, da die zu stellenden Ordner, hauptsächlich Kreistagskandidaten der NPD in Ostvorpommern, nicht rechtzeitig den Versammlungsort erreichten. So blieb den Demminern das dumpfe Trommelgerühre der Ueckermünder Tambourtruppe erspart. Das Ordnungsamt hatte zur Auflage gemacht, dass es nach 22.00 Uhr zu keiner akustischen Belästigung kommen dürfe. Der Zug, der eher an einen mittelalterlichen Pestumzug denn an eine politische Manifestation erinnerte, bewegte sich dann bis 24.00 Uhr hauptsächlich durch finstere Gassen der Hansestadt.

Zuvor hatten sich etwa 100 EinwohnerInnen Demmins in der Bartholomaei-Kirche zu einer Andacht eingefunden. Der anschließend geplante Gang zum Barlachplatz wurde von Bürgermeister Ernst Wellmer mit dem Hinweis auf die Kranzniederlegung am Vormittag abgesagt. Etwa 25 TeilnehmerInnen der Andacht ließen es sich aber dennoch nicht nehmen eine kurze Spontandemonstration durchzuführen.

Quelle: www.endstation-rechts.de

8. Mai: Ehrengedenken in Bad Doberan

Am 08. Mai 2009 kamen ca. 40 Antifaschisten/innen im Bachgraten Bad Doberan zu Kranzniederlegung
und Gedenken der Opfer des NS-Regimes zusammen.
Der ganze Tag begann mit einer Veranstaltung der Partei „Die Linke“ im Bachgarten.
Dorthin auch der autonome Nationalist Andre D. mithilfe zweier Schergen zu gelangen.
Diese wurden allerdings von einer „Willkommensgruppe“ der Antifa Bad Doberan und der Libro (Linker Block Rostock) an der Ausführung ihrer Pläne gehindert. Nach der Rede eines jüdischen Überlebenden des Holocausts, dessen gesamte Familie getötet wurde, legten die Teilnehmer einen Kranz zu Ehren der getöteten Gegner des Faschismus und Sowjetsoldaten nieder.
Im Anschluss fand eine Podiumsdiskussion in der Stadtverwaltung Bad Doberan statt, auf der viele Anwesende ihre verschiedenen Meinungen austauschten. Während dieser Diskussion erreichte uns die Meldung dass sich der FKBD (Freie Kameradschaftsbund Bad Doberan) sowie Mitglieder der NSR (Nationale Sozialisten Rostock) in der Stadt versammelten.
Es gruppierte sich ein Trupp linker Autonomer zur Abwehr dieser unmittelbaren rechten Bedrohung.
Als sie sich allerdings auf die Suche nach den Neo-Nazis begaben waren diese jedoch schon über alle Berge verschwunden.
Somit ist zusammenfassend zu sagen, dass sich dieser 8. Mai als ein Erfolg für den Kampf gegen faschistische Strukturen in der Region erwiesen hat.

1 Mai Rostock

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Da der Naziaufmarsch in Hannover verboten wurde und es auch blieb und ein weiterer Aufmarsch der Rechten in Neubrandenburg von der NPD selbst abgeblasen wurde, blieben auch viele Antifaschisten in Rostock.
Das hieß aber nicht, dass sie nichts taten: der Deutsche Gewerkschaftsbund DGB hatte zu seiner traditionellen Kundgebung am Werftdreieck mit anschließendem Demozug zum Kastanienplatz aufgerufen und dieses Jahr kamen auch viele junge Aktivisten, die in Rostock geblieben waren. Etwa 800 bis 1.000 Teilnehmer folgten dem Aufruf. Das Motto hieß dieses Jahr: „Arbeit für Alle bei fairem Lohn!“ Unter Anderem beteiligten sich die Antifaschistische Gruppe A3, die offene Jugendgruppe (Li*mo) die antifa Bad Doberan, der Linken Block Rostock (LiBRo), die Freien Antifaschisten_innen Rostocks (FAR) sowie jüngere Vertreter der VVN-BdA BO Rostock an der Kundgebung. Nach einem kurzen Eklat zwischen Antideutschen und Antifaschisten entschlossen sich dann doch die meisten jungen Aktivisten, einen gemeinsamen „Schwarzen Block“ zu bilden, auch wenn die Trennung zwischen Israel-Freaks und Antinationalisten doch immer wieder aufflackerte. Am Barnsdorfer Wald fand die Demoroute ihr Ende und heißes Essen und Getränke standen ebenfalls für die Demonstranten bereit, genauso wie verschiedene Infostände, wie zum Beispiel des Rostocker Friedensbündnises, der Partei Die LINKE, der SPD, des Rotfuchs Fördervereins und der FDP (was auch immer die da wollten), bereit.
Am Nachmittag kam es dann gegen 15 Uhr 30 zu einer Spontandemonstration mit etwa 30 bis 40 Teilnehmern. Die Demo zog sich vom Universitätsplatz über die Kröpeliner Straße (siehe erstes Bild) zum Doberaner Platz bis hin zum – na ihr ahnt es sicherlich – Naziladen Dickkoepp (siehe zweites Bild). Erst hier bemerkte die Polizei die Demonstration und versuchte hektisch den Naziladen abzuschirmen, der noch nicht einmal geöffnet hatte. Der Demozug ging genau auf den Naziladen zu – um dann auch prompt die Straße vor dem Laden links einzubiegen! Die Verwirrung der Polizei war komplett! Niemand hatte versucht mit Gewalt den Naziladen zu beschädigen oder die Polizei anzugreifen. Die Demonstration löste sich ein paar Minuten später wieder auf.
Die von der NPD anlässlich der Kommunalwahlen einen Tag zuvor angebrachten Plakate, hielten in den meisten Fällen die kommende Nacht nicht stand. Autonome Antifas und couragierte Bürger zeigten in dem von Neonazis als „Frontstadt“ bezeichneten Rostock einmal mehr, dass neonazistisches Gedankengut in der Hansestadt weder gewünscht, noch geduldet wird!
Fazit: In Anbetracht der teilweise Überforderung der Polizei und der relativ hohen Anzahl an politischen Aktivisten in der Stadt hätten noch mehr Aktionen auf die Straße getragen werden können. Auf der anderen Seite wurden Neonaziaktivitäten massiv gestört oder sogar ganz unterbunden. Ein doch gut gelungener Tag der Arbeit!